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Trennung

 

Über ein Drittel aller geschlossenen Ehen endet vor dem Scheidungsrichter. Trennungsgründe gibt es viele. „Wir haben uns auseinandergelebt.“ – „Ich liebe ihn einfach nicht mehr.“ – „Wir sind zu unterschiedlich in unseren Lebensanschauungen.“ – „Ich habe mich in eine andere Frau verliebt.“ – „Wir streiten uns nur noch wegen jeder Kleinigkeit.“ – „Er war einfach nicht der Richtige für mich.“

Zugegeben, alle diese Gründe erscheinen nachvollziehbar. Warum soll man weiterhin in einer unbefriedigenden Ehe dahindümpeln, wenn Liebe und Leidenschaft verschwunden sind, man sich gegenseitig nur noch auf die Nerven geht und Langeweile und Eintönigkeit oder Konflikte und Streitigkeiten den Alltag bestimmen. Das persönliche und gemeinsame Lebensglück hatte man sich schließlich anders vorgestellt.

Was nur verwunderlich dabei erscheint, ist die Tatsache, dass Paare (in den meisten Fällen ist es zunächst nur einer der Partner) erst nach 10, 20, ja sogar 30 Ehejahren darauf kommen, dass der gewählte Partner wohl nicht der Richtige war.
Natürlich, man kann sich in der Wahl des Partners irren. Aber mal ehrlich! Das stellt man doch relativ bald fest. Spätestens nach zwei bis drei Jahren, wenn der Hormonschub der ersten Verliebtheit nachlässt, erkennt man die Realität. Wenn die den eigenen Vorstellungen nicht entspricht, kann man sich mehr oder weniger problemlos trennen und es mit einem neuen Partner versuchen. Heutzutage dürfte es doch kaum mehr ein Paar geben, das überstürzt und unüberlegt heiratet. Die Zeiten sind vorbei, in denen man so schnell wie möglich heirateten wollte, um von zu Hause weg zu kommen, oder weil Sex nur in der Ehe möglich war. Auch aus gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Zwängen heraus wird heute nicht mehr geheiratet. Selbst eine ungewollte Schwangerschaft ist kein zwingender Grund mehr. Die meisten Paare lassen sich Zeit, um sich kennen zu lernen. Häufig leben sie bereits vor der Ehe mehrere Jahre unverheiratet zusammen, um auch die Alltagstauglichkeit ihrer Beziehung zu testen.

 

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