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Partnerschaftskrisen

 

Wenn zwei Menschen sich zu einer Partnerschaft fürs Leben (oder zumindest eine unbegrenzt lange Zeit) zusammentun, haben sie die Illusion oder wenigstens den guten Vorsatz, stets in Liebe, Harmonie und gegenseitigem Einvernehmen ihr gemeinsames Leben zu gestalten. Aber wie die Erfahrung zeigt, hält das Leben viele Herausforderungen bereit, die Liebe, Harmonie und Einvernehmen auf eine harte Probe stellen.
Konflikte gibt es in jeder Partnerschaft. Meinungsverschiedenheiten, unterschiedliche Bedürfnisse und Zielvorstellungen können zu Auseinandersetzungen und Streitereien führen. Wenn Konflikte offen ausgetragen werden, kann ein Konsens oder zumindest ein tragbarer Kompromiss gefunden werden. Nicht jeder Konflikt führt gleich in eine Krise.
Werden Konflikte aber immer wieder beiseite geschoben oder verdrängt, schwelen sie unter der Oberfläche weiter und können schleichend zu einer krisenhaften Situation führen. Von einer Krise spricht man dann, wenn der Fortbestand der Beziehung ernsthaft gefährdet ist, wenn mindestens einer der Partner das Gefühl hat, unter den gegebenen Umständen nicht weiter in der Beziehung leben zu wollen.
Krisen können immer auch dann entstehen, wenn eine gewohnte Lebenssituation sich ändert und etwas Neues beginnt, das noch unbekannt ist. Bisher gültige Erfahrungen, Normen, Ziele und Werte werden in Frage gestellt, neue Möglichkeiten stehen noch nicht zur Verfügung oder werden noch nicht erkannt. Unter diesem Gesichtspunkt birgt bereits die Entwicklung des einzelnen Menschen ein großes Konfliktpotential . Jeder Übergang von einem Lebensabschnitt in den nächsten kann krisenhaft erlebt werden (z.B. Elternschaft, Midlife-Krise, Pensionierung). In der Partnerschaft haben wir es aber mit zwei Menschen zu tun, die sich zwar in Abhängigkeit voneinander, aber doch als eigenständige Individuen im Lauf ihres Lebens verändern. Hinzu kommen äußere Einflussfaktoren, die zu gravierenden Veränderungen in der Paarbeziehung und damit in eine Krise führen können.

Jede Ehekrise birgt auch eine Chance in sich. Würde man unter einem Zustand nicht leiden, hätte man keinen Anlass und keine Motivation, etwas zu verändern. Krisen zeigen einem immer, dass etwas gehörig falsch läuft und eine Weiterentwicklung in eine andere, eine für einen selbst und den Partner richtige Richtung erfordert. Meist wird einem erst hinterher klar, dass eine Krise nicht das Ende, sondern einen Neuanfang markiert.

 

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