Der Status quo ist erreicht

Ein junges Paar hat hat viele gemeinsame Wünsche, Pläne und Ziele. Jeder der Partner setzt sich mit voller Kraft dafür ein, diese Ziele zu erreichen. Zunächst ist es in der Regel der Aufbau und die Sicherung der beruflichen und damit auch der finanziellen Situation. Wenn Kinder kommen und aus dem Paar eine Familie wird, dreht sich die gemeinsame Sorge hauptsächlich um die Erziehung der Kinder und darum, für die Familie ein angenehmes Umfeld zu schaffen. Es wird gespart, geschuftet, vielleicht ein Haus gebaut, ein Garten, in dem die Kinder sich austoben können. Um sich das alles leisten zu können, nimmt der Mann vielleicht einen Zweitjob an und verbringt die wenige Freizeit damit zu renovieren und zu verschönern. Die Frau kümmert sich um den Haushalt und macht aus dem Haus ein gemütliches Heim, plagt sich mit den Hausaufgaben und Schulproblemen der Kinder herum, managt die Familienangelegenheiten und ist vielleicht zudem noch berufstätig.

Schließlich ist alles erreicht, was man sich erträumt hat. Eigentlich sollte man das Geschaffene jetzt gemeinsam genießen können. Doch allzu häufig kommt es vor, dass gerade an diesem Punkt einer der Partner ausbricht und die Beziehung zerbricht. Der eine fühlt sich emotional vernachlässigt, weil der andere nur gearbeitet und geschuftet hat. Dieser wiederum fühlt sich missverstanden und für seine Leistung zu wenig gewürdigt, weil er ja schließlich nur das Beste für die Familie gewollt hat. Aus der Erfüllung der ursprünglichen Träume sind Kränkungen, Enttäuschungen und Vorwürfe geworden, die die Beziehung aufreiben.

 

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Copyright 2011 Dipl. psych. Ingeborg Prändl