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Lebenslange Partnerschaft

 

Eine stabile und befriedigende Partnerschaft ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Glück und Lebenszufriedenheit. Dabei wünschen sich die meisten Menschen (egal ob Single, verheiratet oder geschieden) eine feste, dauerhafte Beziehung mit einem Partner. Die Realität spricht aber eine andere Sprache. Trennung, Scheidung, Zweitehe, erneute Trennung .... all das scheint heute eher die Regel als die Ausnahme zu sein. Viele sprechen davon, die lebenslange Partnerschaft sei nicht mehr zeitgemäß, und plädieren für das neue Partnerschaftsmodell der seriellen Monogamie, das den Bedürfnissen des heutigen Menschen und dem momentanen Zeitgeist mehr entgegenkomme. Das mag wohl richtig sein. Flexibilität und schnelle Anpassung an immer wieder neue Lebenssituationen sind in der heutigen Zeit wichtige Voraussetzungen, um im Leben bestehen zu können. Zudem vermitteln uns Medien und Werbung unentwegt, wie wichtig es für Selbstverwirklichung und persönliches Glück ist, stets die neuesten und besten Produkte zu besitzen und immer wieder neuen Kicks nachzujagen, um das Leben interessant zu machen. Kein Wunder, dass derartige Wertvorstellungen sich auch auf die Gestaltung der Zweierbeziehung auswirken. Was nicht mehr hundertprozentig taugt oder langweilig geworden ist und nicht mehr den nötigen Kick verschafft, wird einfach entsorgt und durch Neues ersetzt.

Andererseits sollte man aber auch bedenken, dass Flexibilität, Veränderung, Schnelllebigkeit und die Jagd nach dem ultimativ Optimalen enormen Stress erzeugen. Aus der Stressforschung weiß man, dass der Mensch für ein zufriedenes, ausgeglichenes Leben auch ein Gegengewicht braucht, nämlich Entspannung und Erholung, Stabilität und Beständigkeit. Und man weiß auch, dass tragfähige, verlässliche Beziehungen das beste Mittel sowohl zur Stressbewältigung als auch zur Erlangung von Zufriedenheit und Lebensglück darstellen. Was eignet sich dafür besser als eine dauerhafte, befriedigende Partnerschaft, die dem Leben Konstanz und Richtung gibt?
Eine Trennung bedeutet immer einen Bruch, den Abschied von bisherigen Lebensbedingungen und Lebensplänen, der mit heftigen Gefühlen und meist mit erheblichen persönlichen und sozialen Problemen einhergeht. Mit der Trennung vom Partner gehen häufig auch die mit ihm verbundenen sozialen Netzwerke (Familie, Freundeskreis) verloren. Gemeinsame Kinder verlieren ihr Nest und sind gezwungen, zwischen Vater und Mutter hin und her zu pendeln. Nicht zu vergessen sind die finanziellen und wirtschaftlichen Belastungen. Wieviele mit Mühe und Aufopferung geschaffene Eigenheime fallen einer Trennung zum Opfer, mancher Handwerksbetrieb gerät an den Rand des Ruins. In der Regel dauert es Jahre, bis sich alle Beteiligten von den Trennungsfolgen erholt haben.
Und wie sieht es mit Zufriedenheit und Glück aus? Lohnt sich dafür der ganze Aufwand? Erfüllt eine neue Partnerschaft wirklich die Glückserwartungen? Ist der neue Partner wirklich der "ideale" Partner? War der Ex-Partner das nicht auch einmal, sonst hätte man ihn ja nicht geheiratet? Hätte es sich da nicht eher gelohnt, der ursprünglichen Beziehung wieder frischen Wind zu geben?

Die lebenslange Partnerschaft ist also bei weitem kein Auslaufmodell. Nur ihre Optionen haben sich gewandelt. War man früher in eine einmal geschlossene Ehe gezwungen und musste sich mit den Gegebenheiten arrangieren, so hat man heute die Möglichkeit, sich bewusst dafür oder dagegen zu entscheiden. Diese vermehrte Freiheit bedeutet aber auch mehr Selbstverantwortung, Initiative und Engagement für die Beziehung. Aus freier Entscheidung "ja" zu sagen, kann sich durchaus lohnen.

 

 

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