Partnerschaft gestern und heute

Partnerschaft und Zeitgeist

Wie Partnerschaft gelebt wird und welche Konflikte dabei auftreten, hängt natürlich von den beiden Personen ab, die sich zu einem Paar zusammentun. Aber dieses Paar lebt nicht allein auf der Welt, sondern in der umgebenden Gesellschaft, deren Moral- und Wertvorstellungen die Partnerbeziehung maßgebich mitbeeinflussen. Und Werte wandeln sich im Lauf der Zeit. Waren beispielsweise in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch religiöse Einstellungen, Kinderreichtum und traditionelle Rollenverteilung bestimmend für das eheliche Zusammenleben, traten mit der "sexuellen Revolution" und der Emazipationsbewegung in den 70er und 80er Jahren Werte wie Selbstverwirklichung, sexuelle Freizügigkeit und Gleichberechtigung in den Vordergrund.

 

Partnerschaft im 20. Jahrhundert

Zeitraum  Werte  Auswirkungen 
50er und 60er Jahre  Pflichtgefühl, Disziplin,
Toleranz, Nachsicht,
Materielle Sicherheit, Kinder,
Klare Rollenverteilung
Sexualität nur in der Ehe 
Glaube, Gemeinschaft, Familienleben, Tradition stellen für das Paar einen Halt gebenden Rahmen dar. Trennung ist aus sozialen und wirtschaftlichen
Gründen nicht oder kaum möglich. 
70er und 80er Jahre  Selbstverwirklichung, Individualismus, Emanzipation,

Ungebundenheit, Abwechslung,

„sexuelle Revolution“

Kinder verlieren zunehmend an Bedeutung

 
Neue Rollenverteilung muss ausgehandelt werden. In der Partnerschaft muss das eigene Ich bestmöglich zur Geltung kommen.

Zunahme nichtehelicher Partnerschaften

Zunahme der Trennungen und Scheidungen.

 
Ab 90er Jahre  Neue Hinwendung vom Ich zum Wir und damit
Aufwertung der Gefühle:
Liebe, Verständnis, Treue, Vertrauen, Intimität, Kameradschaft, Glücklichsein 
Die (romantische) Liebe wird zum ausschließlichen Sinnstifter für Partnerschaft, die „reine“ Beziehung mit intensiven Gefühlen.

Hohe Erwartungen an Liebe und Glück, an den idealen Partner. 

 

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